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Lehrlinge in der Anfangsphase:

Neue Befunde zur Berufswahl und der Einstiegsphase

vier ausgewählte Lehrberufe (Einzelhandel, Maurer/in, Metalltechnik, Restaurantfachmann/-frau)
Auszug aus: 4. Österreichischer Lehrlingsmonitor *, Endbericht Oktober 2021, Hrsg. öibf

Eltern und Familie als wichtigste Informationsquelle bei der Berufswahl
Neben Eltern und Familie (49%) wird von den Befragten dem Freundeskreis/Bekannten (43%) sowie Praktika/Schnuppern in Betrieben (45%) die höchste Wichtigkeit als Informationsquelle für die Berufswahl beigemessen.
Einschlägigen Angeboten, wie Messen (17%) oder spezifischen Informationsangeboten etwa für technische Berufe (3%) und Mädchen (1%) wird von den Jugendlichen kaum Bedeutung attestiert.

Ausprobieren von beruflichen Tätigkeiten als besonders hilfreich
Als besonderes hilfreich für die Berufswahl werden von den Lehrlingen Möglichkeiten zum selbstständigen Ausprobieren von beruflichen Tätigkeiten (49%),
Berichte von Berufsfachpersonen (38%),
Information über verschiedene Berufe (33%) und
die Beobachtung von beruflichen Tätigkeiten (32%) erlebt.

Berufswahlpräferenzen stark auf persönliche Verwirklichung bezogen;
Rolle der Eltern im Berufswahlprozess ambivalent
83% der Lehrlinge äußern, dass sie sich im ausgewählten Beruf verwirklichen können.
81% geben an, dass der ausgewählte Beruf zu ihrer Persönlichkeit passt. Nur
38% der Lehrlinge hatten vor der Berufswahlentscheidung eine klare Vorstellung
davon, welchen Beruf sie erlernen wollen.
Für 34% spielte die geschlechtsspezifische Konnotation eine Rolle: Dieser Anteil der Befragten stimmt der Aussage zu, dass sie sich für den jeweiligen Beruf entschieden haben, weil er typisch für ihr Geschlecht ist.

Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen (82%) stimmt der Aussage zu, dass
sie ihren Beruf unabhängig von den Eltern auswählen konnten. Gleichzeitig stimmen nur 59% der Lehrlinge zu, dass ihre Eltern ihnen bei der Berufswahl sehr geholfen haben.

Geschlechtsspezifische Überlegungen bei der Berufswahl bei männlichen Lehrlingen stärker ausgeprägt als bei weiblichen Lehrlingen
88% der männlichen Lehrlinge äußern, dass geschlechtsuntypische Lehrberufe
nicht in der engeren Berufswahl standen. Dieser Anteil beträgt bei den weiblichen
Lehrlingen 70%.
Weibliche Lehrlinge haben sich demnach in größerem Ausmaß für Berufe interessiert, in denen ein Überhang an männlichen Lehrlingen gegeben ist. Allerdings hat sich nur die Hälfte jener weiblichen Lehrlinge, die einen geschlechtsuntypischen Beruf in Erwägung gezogen hatten, letztlich auch tatsächlich dafür entschieden.

Erstkontakt zum Betrieb erfolgt primär über Schnuppern/Praktika
49% der Lehrlinge erinnern sich, dass der erste persönliche Kontakt über Schnuppern/Praktika im Betrieb erfolgte.
Bei 25% wurde der Erstkontakt durch das Bewerbungsgespräch hergestellt und
bei 10% via Eltern, Verwandte oder Bekannte.

So wird die hohe Bedeutung von Praktika für Interessenten an der betrieblichen Lehre sichtbar.
Praktika sind nicht nur eine wertvolle Informationsquelle, um spezifische berufliche Tätigkeiten auszuprobieren und zu beobachten, sondern können auch genutzt werden, um wichtige Kontakte mit potenziellen Ausbildungsbetrieben herzustellen. Dies könnte erklären, weshalb die Mehrheit der Lehrlinge sich bei nur maximal drei Betrieben beworben hat.

Gelungene Einstiegsphase in die Ausbildung für überwiegende Mehrheit
89% der Lehrlinge wurden die wichtigsten betrieblichen Regeln am Beginn ihrer
Ausbildung erklärt und es hat sich jemand gut um sie gekümmert (87%).
86% fühlten sich von Anfang an gut im Betrieb aufgenommen und bekamen in der Einstiegsphase einen ersten Einblick in die betrieblichen Tätigkeiten und Bereiche.
Bei 79% der Lehrlinge wurde in der Probezeit getestet, ob ein Matching zwischen Betrieb
und Lehrling gegeben ist. Auch der Ausbildungsverlauf wurde in der Regel am Anfang zum Thema gemacht (76%).
Jedoch bleibt ein Anteil von 24% der Befragten, bei denen der Ausbildungsverlauf nicht von Anfang an transparent gemacht wurde.

Lehrlinge in der Anfangsphase beurteilen die Ausbildungsbedingungen besser als Lehrlinge in der Endphase
In vier ausgewählten Lehrberufen (Einzelhandel, Maurer/in, Metalltechnik, Restaurantfachmann/-frau) wurde ein Vergleich zwischen Lehrlingen in der Anfangs- und Endphase durchgeführt.
Neben berufsspezifischen Unterschieden lässt sich im Vergleich eine differenzierte
Einschätzung der Ausbildungsbedingungen nach dem Ausbildungsfortschritt beobachten. Lehrlinge in der Anfangsphase beurteilen ihre Ausbildungssituation bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Nutzung digitaler Technologien, Einsatz digitaler Medien, Arbeitsaufzeichnung) je nach Dimension tendenziell oder deutlich besser als
Lehrlinge in der Endphase der Ausbildung.

folgender Zusammenhang festgestellt:
Geringere Ausbildungszufriedenheit besteht, wenn (unfreiwillige) Überstunden geleistet werden, ausbildungsfremde Tätigkeiten erbracht werden und höhere körperliche und psychische Belastungen gegeben sind. Hingegen herrscht höhere Ausbildungszufriedenheit vor, wenn im Betrieb ein Betriebsrat bzw. Jugendvertrauensperson(en) vorhanden sind sowie der individuelle Berufswunsch realisiert wurde
_______________________
* Herausgeber: Österreichisches Institut für Bildungsforschung öibf , Wien, Oktober 2021
Projektleitung: Norbert Lachmayr Projektmitarbeit: Martin Mayerl Lektorat: Annette Kappach

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