Laufbahnverzögerungen - Volksschule
In Österreich dauert die Volksschule regulär vier Jahre. Allerdings verbleibt laut aktuellen OECD-Bildungsberichten und Auswertungen der Statistik Austria fast jedes fünfte Kind (rund 15 bis 20 Prozent) für fünf Jahre oder länger in der Volksschule.
Durch diese Verzögerungen gelten laut OECD-Bericht (Bildung auf einen Blick 2024) 5,8 Prozent der Kinder in den österreichischen Volksschulen als „überaltrig“. Das bedeutet, sie sind mindestens zwei Jahre älter als der reguläre Altersdurchschnitt ihrer jeweiligen Schulstufe.
2022 wiederholten im Durchschnitt der OECD-Länder 1,5 % der Schülerinnen und Schüler im Primarbereich und 2,2 % der Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich I ihre aktuelle Klassenstufe. In Österreich, der Slowakei, der Türkei und Ungarn zeigt sich ein umgekehrtes Muster. Dort ist der Anteil der Wiederholenden im Primarbereich höher als im Sekundarbereich I. (aus: Bildung auf einen Blick 2024, S.186)
Der Wechsel der Schulstufe in die darunterliegende Stufe, auch wenn dies unterjährig erfolgt, ist wie das Wiederholen einer Schulstufe.
Die Kinder verlieren ihre Klassenkolleginnen und -kollegen bzw. in Mehrstufenklassen oder Schulen mit Abteilungsunterricht zumindest jene aus ihrer ursprünglichen Lerngruppe. Sie werden so täglich an ihr „Scheitern“ erinnert. Nur jenen Kinder, die von Beginn an in einer (getrennt geführten) Vorschulstufe sind, bleibt dieser Misserfolg erspart.
Noch einmal dieselbe Schulstufe besuchen zu müssen bleibt auch jenen Kindern nicht erspart, die als „ao. Schüler“ (s.u.) ein weiteres Jahr in diesem Status bleiben müssen und nicht aufsteigen dürfen.
- Zurück
- Weiter >>
- Details
- Kategorie: Elternbrief September 2026








