DSGVO und DSG
Datenschutzgrundverordnung und Datenschutzgesetz

Als im Mai 2018 die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), ein in Österreich unmittelbar anwendbares EU-Recht für den Schutz personenbezogener Daten in Kraft trat, wurden auch die Auswirkung auf den innerschulischen Betrieb heftig diskutiert.

Schülerinnen und Schüler erhielten plötzlich das Recht auf Schutz ihrer Daten auch gegenüber den Mitschülerinnen und Mitschülern.

Die Noten schriftlicher Arbeiten dürfen seither nicht mehr vor der Klasse bekannt gegeben werden,

außer es gibt eine Einwilligung der betroffenen Schülerin bzw. des betroffenen Schülers, wobei bei Kindern vor dem vollendeten 14. Lebensjahr diese Einwilligung nur mit der Zustimmung der Erziehungsberechtigten wirksam wird, danach müssen die SchülerInnen selbst einwilligen.

Die Einwilligung muss dabei informiert und freiwillig erfolgen.

Analoges gilt auch für Ergebnisse von:

Leistungstests wie iKM+ und Lesescreenings oder Wettbewerben.

So findet sich zB auf der Homepage zum „Känguru der Mathematik“, wo es wieder Ende März einen Bewerb gegeben hat, der Hinweis, dass personenbezogene Ergebnisse nur mit ausdrücklicher Einwilligung bekannt gemacht werden.

Cui bono - fragt man sich, wenn Ergebnisse oder gar die Zeugnisnoten vor der Klasse den einzelnen Kindern vorgelesen werden?

Kann Motivation und Ansporn als Rechtfertigung für das Verlesen der Ergebnisse gelten?

Eine neue Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gibt eine beunruhigende Antwort auf die Frage: „Was passiert mit jungen Menschen, wenn sie über längere Zeit einem dauerhaften Konkurrenzdruck ausgesetzt sind?
Sie werden nicht nur kurzfristig weniger hilfsbereit – der Wettbewerb verändert sogar ihre Persönlichkeit.

Um belastbare Daten zu erhalten, setzten die Forschenden auf ein experimentelles Design: 64 Schulen nahmen am PACE-Programm teil, weitere 64 Schulen dienten als Kontrollgruppe. Insgesamt wurden mehr als 5.000 Jugendliche einbezogen. Per Zufallsprinzip wurde bestimmt, welche Schulen an PACE teilnahmen und welche nicht – ein echtes Experiment mit Behandlungs- und Vergleichsgruppen.
The persistent effect of competition on prosociality. Fabian Kosse, Ranjita Rajan, and Michela Tincani, Journal of the European Economic Association

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