Der Chancenbonus soll mit dem kommenden Schuljahr 2026/27 zusätzliches Personal an jene 400 Schulen bringen, die besonders gefordert sind. Sie wurden entlang ihrer sozioökonomischen Ausgangslage ausgewählt, die auf einer unabhängigen Datenbasis der Statistik Austria basiert.
Konkret werden nun 156 Mittelschulen und 244 Volksschulen eingeladen, an dem Projekt Chancenbonus teilzunehmen. Die finale Verteilung wird im Februar 2026 vorliegen, wenn bekannt ist, welche dieser Schulen, die vorab ein Konzept vorlegen müssen, sich tatsächlich anmelden.
Im Rahmen des Chancenbonus-Programms werden dafür bis zu 800 Vollzeitäquivalente zur Verfügung gestellt. Die Schulen können autonom zwischen Lehrerpersonal, Fachleute aus dem Stand der Schulpsychologie, der Schulsozialarbeit und der Sozialpädagogik auswählen. Die Anzahl der Planstellen je Schule ist von der Schulart und der Zahl der Kinder abhängig.
Ziel ist eine Verbesserung des Ist-Standes an der Schule, sowohl was den Lernerfolg betrifft als auch die Lernmotivation, die sich durch Schulklima und psychische Gesundheit zeigt.
Die Maßnahme erinnert an das Projekt „Grundkompetenzen absichern“, bei dem im Zeitraum von 2017 – 2022 mehr als 400 Schulen dabei unterstützt worden sind, die Stärken und Schwächen der Kinder so früh wie möglich zu erkennen und im Rahmen der Individualisierung und differenzierten Förderung zu berücksichtigen.
Damals legte das „Unterrichtsministerium“ einen Fokus auf jene Schulen, die bei den Bildungsstandard-Überprüfungen unter dem Österreich-Schnitt und unter ihrem Erwartungsbereich („fairer Vergleich“) lagen.
Es wurde eine Begleitevaluation für dieses Projekt durchgeführt und auch ein Abschlussbericht erstellt, in dem Problembereiche aber auch Gelingensbedingungen angeführt wurden. – siehe Elternbrief Mai 2025
+ der Einsatz kompetenter Führungskräfte mit einem klaren Rollenverständnis,
+ wirkungsvolle Entwicklungsbegleitungsprozesse,
+ kompetente Beratung und Begleitung durch multiprofessionelle Teams sowie
+ hohe Unterrichtsqualität und
+ kompetente Lehrende
Als zentraler Problembereich wurde ua. die Externalisierung der Gründe für die unzureichenden Schülerleistungen angeführt.
"Charakteristisch für die Schulentwicklung ist das periodische Auftreten von mit hohen Erwartungen verbundenen Ideen, die in der pädagogischen Welt jeweils starke Resonanz und beeindruckende Bewegungen auslösen, aber nach einer gewissen Zeit euphorischer Hochstimmung allmählich wiederum verblassen. (ZSE-Report 27, S.11)
Hattie plädiert für die Normalform eines von der Lehrperson vorbereiteten, strukturierten und realisierten Unterrichts....; die Lehrperson darf und soll agieren, wobei für ihn oder für sie als Qualitätsannahme gilt, dass er oder sie „with the eyes of the students“ wahrnehmen kann (Hattie 2009, S. 238) und mit seinem Unterricht ihrem Lernen dienlich ist.
Das ist nicht einfach dann der Fall, wenn man „selbstorganisiert“ lernt.